Aufgrund seiner außergewöhnlich guten Qualität bietet der Ton den Handwerkern
der Provence viele Ausdrucksmöglichkeiten. So werden bereits seit
Jahrhunderten insbesondere in Aubagne, der Hauptstadt des Tons, terrailles,
also Teller, Krüge, Platten, Näpfe usw., hergestellt. Die einfache Technik hat
sich seit der Antike bewährt: man nehme etwas Ton, befeuchte, modelliere oder
forme ihn, um ihn dann zu verzieren und zweimal zu brennen.
Seit dem 18. Jh. ist Apt für sein Steingut, seine feinen Töpferwaren,
Fliesen und Ocker bekannt. Besonders begeht sind Fayencen, bei denen die
Vermischung roter, gelber, grüner und weißer Erden marmorierte Muster ergibt.
In Salernes, wo früher die berühmten tomettes hergestellt wurden, mit
denen man die Fußböden der Häuser belegte, produziert man jetzt emaillierte
Fliesen.
Die beiden bedeutendsten Fayence-Städte sind allerdings
Moustiers-Sainte-Marie und Marseille. Bereits im 17. Jh. exportierten ca. ein
Dutzend Marseiller Fabriken ihre Waren nach Amerika. In Marseille wurden
übrigens auch die feuergebrannten Keramiken erfunden. Das eigentliche,
wirklich berühmte Zentrum ist jedoch Moustiers mit seinen blauen Mustern auf
weißem Grund.